Perspektiven schaffen - Zukunft schenken

Ostallgäuer Spender schenken Zukunft in Namibia

Die Schule befindet sich in Ovijere im Norden von Namibia.

Für den Bau einer Schule in Namibia übergab Landrätin Maria Rita Zinnecker im vergangenen Jahr 44.894 Euro an Spendengeld an Reiner Meutsch von der Stiftung Fly & Help. Damit hat Meutsch jetzt eine Schule in Ovijere, Namibia, gebaut. Die Spenden dafür stammten zum größten Teil von Bürgern*innen und der lokalen Wirtschaft. Zinnecker freut es, dass aus dem Ostallgäuer Spendengeld nun eine Schule in Namibia wurde, denn Bildung sei die entscheidende Ressource für Entwicklung und Wohlstand in einem Land.  

Reiner Meutsch, begeisterter Hobby-Flieger und Initiator der Stiftung Fly & Help, berichtet, dass es am Anfang nicht leicht gewesen sei, trotz Corona mit dem Schulbau zu beginnen. Erst Anfang dieses Jahres hätten sie endlich mit ihrem lokalen Partner Kaokoland e.V. loslegen können. Herausgekommen sei eine Schule in der ortsüblichen Bauweise, in der zwei Grundschulklassen mit circa 90 Schülern von zwei Lehrern unterrichtet werden können.

Von vorneherein auf Nachhaltigkeit ausgerichtet


„Die Situation vor Ort hat sich dadurch erheblich verbessert“, betont Meutsch. Zuvor sei nur ein provisorischer Holzhüttenverschlag vorhanden gewesen, auf dessen Wellblechdach die Sonne unbarmherzig niedergebrannt hätte. Entsprechend groß sei die Freude der Kinder und der Eltern gewesen, als der neue Schulbau stand. Damit dies so bleibt, wurde mit der Regierung in Namibia vertraglich vereinbart, dass die Lehrer für diese Schule zuverlässig gestellt und bezahlt werden. „Das war damals ein entscheidender Punkt für uns“, erläutert Zinnecker, „gebaut ist schnell, nur was ist danach?“ So aber sei das Projekt von vorneherein auf Nachhaltigkeit ausgerichtet und nehme auch die Regierung vor Ort in die Pflicht. Die entscheidende Phase für dieses Projekt beginnt für Zinnecker aber jetzt: „Es kommt nun auf die Menschen vor Ort an, was sie aus diesem Bildungsangebot machen.“ Diese Eigenverantwortung spiegele sich auch im Spruch wider, den der Kreistag als Initiator dieser Aktion den Kindern und Eltern mit auf den Weg gegeben hat.

Meutsch wäre aber nicht Meutsch, wenn er es bei dem Schulbau belassen würde, er hat schon weitere Pläne für Ovijere in der Schublade. Dadurch, dass die Kinder aus Familien kommen, die als Halbnomaden ihre Viehherden begleiten, ist es den Kindern oftmals nicht möglich, am Ende eines Schultages zu ihren Familien zurückzukehren. Sie müssen in der Schule weiter betreut werden. Meutsch plant daher ein Hostel und eine Schulküche für Ovijere. Auch wenn die Spendenaktion im Ostallgäu mit dem Schulbau zu Ende gegangen ist, kann das Ostallgäu weiter unterstützen.

 

  • Ovijere liegt im Norden von Namibia, ungefähr 18 km von Okanguati und rund 124 Kilometer von Opuwo entfernt mitten im afrikanischen Busch
  • Keine Infrastruktur, kein Handyempfang
  • Derzeit gibt es in Ovijere an der Schule zwei LehrerInnen und rund 90 Schüler. Die Schule ist eine Grundschule, die von der 1. Klasse bis zur 6. Klasse reicht. Die Schüler kommen zu 90 Prozent aus der Ovahimba Community, die restlichen 10 Prozent sind Zemba. Beide Bevölkerungsgruppen sind Halbnomaden.
  • Die bisherige Schule bestand aus einem Unterschlupf aus Holz und bot keine sichere Lernumgebung. Auch verbleiben die Kinder nachts an der Schule und schlafen auf dem nackten Erdboden, da es keine sonstige Beherbergung gibt.
  • Das neue Gebäude mit den zwei Klassenräumen stellt in Ovijere die erste Hilfsmaßnahme dar und sollte ursprünglich 39.200 Euro kosten, coronabedingt haben sich die Baukosten auf 37.400 Euro reduziert. Der Überschuss von 7500 Euro wird für den weiteren Ausbau und damit den Bau eines Hostels/Schulküche weitergereicht.

 

 

Die Gemeinschaftsinitiative 1000 Schulen

Die kommunalen Spitzenverbände, darunter der Deutsche Landkreistag, haben die Gemeinschaftsinitiative „1000 Schulen für unsere Welt” unter der Schirmherrschaft von Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ins Leben gerufen.

 

Mit der Stiftung Fly & Help steht der Gemeinschaftsinitiative „1000 Schulen für unsere Welt“ ein zuverlässiger und vertrauenswürdiger Partner zur Seite. Mehr als 250 Schulbauprojekte wurden weltweit bereits realisiert, davon alleine 100 Schulen in den vergangenen zwei Jahren.

 

Gemeinsam mit Partnern und in Abstimmung mit den Akteuren vor Ort plant und beaufsichtigt Fly & Help den Schulbau. Die Stiftung schließt Verträge mit Partnerorganisationen vor Ort, die nach streng vorgegebenen Richtlinien von ihr ausgewählt werden, um den ordnungsgemäßen Bau und Schulbetrieb nach der Erbauung sicherzustellen.

 

Nach Fertigstellung eines Schulbauprojektes sichert Fly & Help mit Unterstützung seiner Partner vor Ort zu, dass die Gebäude für den vorgesehenen Zweck verwendet werden.

Global denken, lokal handeln

Schüler*innen vor ihrer neuen Schule in Ovo Village, Kenia
Schüler*innen vor ihrer neuen Schule in Ovo Village, Kenia

Bildung ist die zentrale Schlüsselressource. Bildung zu fördern heißt, Armut zu verringern und Perspektiven vor Ort zu schaffen. Bildung bedeutet, Kindern eine Zukunft und Menschen Chancen auf Beschäftigung sowie auf freie Gestaltung ihres Lebens zu bieten.
 
Hilfe vor Ort ist wesentlich effektiver und günstiger als die Versorgung von Flüchtlingen in Deutschland. Für rund 50.000 Euro wird ein minderjähriger Flüchtling in Deutschland ein Jahr betreut. Ab derselben Summe kann in den betroffenen Regionen eine ganze Schule gebaut werden.
 
Damit werden jedes Jahr bis zu 1000 Schüler*innen Bildungschancen geboten. Bei den Schulbauprojekten sollen keine Steuermittel eingesetzt werden. Die Finanzierung erfolgt über Spenden und Sponsorengelder der lokalen Wirtschaft.

Spendenkonto

IBAN: DE 94 5739 1800 0000 0055 50
BIC: GENODE51WW1, Westerwald Bank eG
Verwendungszweck 1: LK Ostallgäu
Verwendungszweck 2: Name und Adresse des Spenders 

(Bitte zur Ausstellung einer Spendenbescheinigung angeben)
  
Die Reiner Meutsch Stiftung „Fly & Help” trägt das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI).


Kontakt

Susanne Kettemer
Landkreis Ostallgäu

Schwabenstraße 11
87616 Marktoberdorf
Tel. 08342 911-359
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