Trotz Verbot: Immer mehr Wildcamper in Schutzgebieten

Trotz Verbot: Immer mehr Wildcamper in Schutzgebieten

Aktuelle Mitteilung | 07.08.2018
Immer häufiger wird in Ostallgäuer Schutzgebieten wild gecampt. Zuletzt haben sich viele Touristen und Einheimische beim Landratsamt über die Hinterlassenschaften der Wildcamper beschwert. (Bildquelle: Landratsamt Ostallgäu)

Immer häufiger wird in Ostallgäuer Schutzgebieten wild gecampt. Zuletzt haben sich viele Touristen und Einheimische beim Landratsamt über die Hinterlassenschaften der Wildcamper beschwert. (Bildquelle: Landratsamt Ostallgäu)

Im Jahr 2016 wurden 57 Fälle registriert, 2017 waren es 108 und im Jahr 2018 bis Anfang August bereits 127 Fälle.

Immer häufiger campen Menschen illegal in Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten. Das haben die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Ostallgäu und die Polizeiinspektion Füssen zuletzt festgestellt. Insbesondere im Naturschutzgebiet Ammergebirge, am Alatsee, am Schmutterweiher und am Hopfensee wird wild gezeltet, obwohl das grundsätzlich verboten ist. Es wurden auch vermehrt Drohnenflüge in sensiblen und geschützten Bereichen beobachtet – zuletzt bei Kontrollen Anfang August. Infolge dieser Kontrollen wurden mehrere Bußgeldverfahren eingeleitet.
 
„Derartiges Verhalten gefährdet nicht nur die geschützte Vegetation, sondern stellt auch eine erhebliche Störung der örtlichen Tierwelt dar“, sagt Sandra Trautmann von der Unteren Naturschutzbehörde. Der Lebensraum der Wildtiere wie beispielsweise Auerhahn, Buntspecht, Gämse, Adler und einer Vielzahl weiterer, zum Teil besonders geschützter und bedrohter Arten, werde dadurch beeinträchtigt. Da für die Aufzucht der Jungtiere störungsarme Räume erforderlich seien, könne es durch die Störung der Brutplätze zur Nestaufgabe oder zum Zurücklassen der noch nicht selbständigen Jungvögel kommen.
 
Empfindliche Bußgelder möglich
 
Die Wildcamper errichten zudem oft Feuerstellen. Durch die Lagerfeuer steige die Brandgefahr erheblich, insbesondere in Zeiten enormer Trockenheit. Trautmann stellt klar: „In den Schutzgebieten sind das Zelten, das Aufstellen von Wohnwagen sowie das Feuermachen grundsätzlich verboten.“ In Naturschutzgebieten und Vogelschutzgebieten ist auch das Steigenlassen von Drohnen und anderen unbemannten Fluggeräten nicht erlaubt, so Trautmann weiter. Die Schutzgebiete sind mit entsprechenden Hinweisschildern gekennzeichnet. Nähere Auskünfte erteilt die Untere Naturschutzbehörde. Sie weist auch darauf hin, dass Verstöße gegen die Schutzgebietsverordnungen mit empfindlichen Bußgeldern von bis zu 350 Euro pro Person geahndet werden.